Dienstag, 2. September 2014
Kündigungsschreiben für Gockel-Gauck
Der peinlichste aller mir bekannten Bundespräsidenten hat sich mit seiner Rede in Polen noch einmal selbst übertroffen. Nicht nur, dass er gern mal Öl ins Kriegsfeuer gießt, nein er ist auch schnell mal dabei, den letzten Rest eines fragilen politischen Gleichgewichts in Europa einfach wegzuwischen. Er machte das ganz locker, in dem er die Partnerschaft mit Russland aufkündigte und kein Journalist schreit auf. Schon eine komische Welt in der wir hier leben müssen. Den Mann kann keiner gebrauchen.
Schickt ihn nach Hause, dort kann er sich wieder mit den ..........innen beschäftigen.
Freitag, 11. Juli 2014
Gauck spielt bei der WM mit
Was hat unser Gockel-Gauck mit der WM zu tun? Gute Frage. Zum einen will er sicherlich unbedingt auch nach Brasilien und zum anderen winkt er sehr professionell die Diätenerhöhung für unsere Bundestagsabgeordneten durch. Er hat angeblich verfassungsrechtliche Bedenken, aber die Gelegenheit ist günstig. Hier sind fast alle im WM-Taumel und da kann man schnell noch ein paar Beschnüffelungsgesetze und was weiß ich sonst noch für Sachen beschließen. Das hat den Charme, dass zurzeit kaum einer darauf achtet. Zur WM 2006 und 2010 hat man schlimme Gesetze zur Rente ect. durch gewunken und niemand hat sich hinterher darum gekümmert. Vielleicht bis auf die Kollegen in der ZDF-Sendung „Neues aus der Anstalt“.
Ich werde des Öfteren gefragt, warum ich immer so relativ einseitig meine Meinung kundtue? Ganz einfach. Viele Qualitätsjournalisten kommen ihrer eigentlichen Aufgabe, dass Leben in dieser Gesellschaft kritisch zu hinterfragen, nicht nach. Da sie das nicht tun, will ich wenigsten einen klitzekleinen Gegenpol aufmachen und leider kommt man dann schnell in eine solche Ecke.
Wer meine Aussage überprüfen möchte, kann das gern am aktuellen Beispiel tun. Wo schreibt ein Qualitätsjournalist so kritisch zu diesem Vorgang, dass es unserem Gockel-Gauck fast die Hosen auszieht? Denn wenn er schon verfassungsrechtliche Bedenken hat, dann ein kritischer Journalist erst recht.
Viel Spaß bei der Suche
Mittwoch, 18. Juni 2014
Warum überraschen mich Gaucks Äußerungen nicht
Den einen oder anderen haben Gockel-Gaucks Äußerungen zu militärischen Einmischungen Deutschlands im Ausland doch etwas irritiert. Aber wenn man sich seine Biografie mal näher ansieht, dann kann man sich einige Punkte schon erklären. Ich will jetzt nicht davon schreiben, dass viele aus dem Oppositionsumfeld Gauck für ein Begünstigter des Systems war. Nein, es soll passend zum Thema um die Friedensbewegung in der DDR gehen.
Also wenn Gockel-Gauck wirklich ein solch toller Oppositioneller war, wie er immer angibt, dann frage ich mich, warum er bei der Friedensbewegung in der DDR nicht mitmachen wollte? Um es gleich vorweg zunehmen, diese Aussage ist unstreitig. Für alle DDR-Neulinge an dieser Stelle: Die Friedensbewegung war in diesem Teil Deutschlands eine fast alleinige Sache der Kirche und da hauptsächlich bei der evangelischen Kirche angesiedelt. Wenn also Gockel-Gauck, positiv ausgedrückt, relativ wenig für die Friedensbewegung tat, dann verstieß er definitiv gegen den Willen seiner Gemeinde und nicht zuletzt gegen die Ziele seines Dienstherren, wer auch immer das war. Damals hatte er nichts für die Friedensbewegung übrig und heute will er deutsche Soldaten in die Krisengebiete der Welt schicken. Halt. Da war doch was. Natürlich nur in Krisengebiete de lux. Irak oder wo in Afrika massakriert wird, dort sollen deutsche Soldaten natürlich nicht hin. Damit das hier keiner falsch versteht: Ich möchte nicht, dass deutsche Soldaten irgendwohin ziehen, um die Welt zu retten. Aber wenn man sich dafür ausspricht, wie Gauck und von der Leyen es machen, dann sollte man sich nicht die Rosinen raussuchen und die Drecksarbeit anderen überlassen. Wer des eine will, muss das andere mögen. So ist das nun mal. Auch wenn man das Amt eines Bundespräsidenten innehat.
Montag, 31. März 2014
Wenn der hochnäsige Westen mit Hitlervergleichen um die Ecke kommt
Samstag, 9. November 2013
Wie war das doch noch einmal vor 22 Jahren - 13
Nach langer Zeit gibt es heute eine Fortsetzung in der Serie ‚Wie war das doch damals ...‘. Natürlich sind diese Ereignisse zwischenzeitlich schon mehr als 22 Jahre her, aber ich quäle mich schon seit einige Tage mit dieser Serie. Nach der Folge 7 bin ich etwas von der zeitlichen Reihenfolge abgewichen. Es gab Gründe hierfür. Genauso gibt es einen Grund, auf diese Zeitschiene wieder aufzuspringen.
Heute vor 24 Jahren liefen die Massen in Berlin, Hauptstadt der DDR, los und kein Zaun, egal wie hoch, konnte sie mehr aufhalten. Ich will in dieser Folge nicht die exakten Ereignisse um den 9.November 89 widerspiegeln. Das machen andere ausführlicher und besser. Hier soll es um meinen persönlichen Blickwinkel gehen. Wie ich die Tage davor und danach sowie die historischen Stunden erlebt habe.
Nach dem ‚Ausreisesommer‘ 1989 wurde die Lage im Land immer schizophrener. Die Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag halfen der Partei- und Staatsführung nicht mehr weiter. Ein Zusammenbruch war noch in weiter Ferne, aber der Bedarf, besser Zwang, an Reformen, wuchs jede Stunde. Drei Wochen zuvor erfolgte die Ablösung Erich Honeckers von allen seinen Ämtern und Tage später wurde der Kronprinz Egon Krenz zum Generalsekretär, und was weiß ich noch alles, gewählt. Als junger Ingenieur, der über die verkrusteten Zustände in Politik und Wirtschaft frustriert war, habe ich und viele aus meinem Umfeld, Hoffnung aus dieser Entwicklung gezogen. Nach Jahren der Perestroika in der Sowjetunion, gab es nun auch für uns die Chance, ähnliche Veränderungen zu erleben. Rückblickend weiß ich, dass dafür der Zug der Geschichte längs abgefahren war. Menschen, die schon lange mit der DDR abgeschlossen hatten, waren beim Gehen. Aber nicht alle waren darüber glücklich, denn wir wollten nicht weglaufen, sondern selbst ins Rad der Geschichte greifen. Von den heutigen Geschichtshelden Merkel und Gockel-Gauck war damals nirgends etwas zu sehen. Sie waren aber die Helden, wie man heute weiß.
Wie sah es also konkret aus? Überall in der Republik wurden Wohnungen frei, weil sich die Leute über Ungarn und Prag absetzten. Aber die Mehrheit der Bürger weinte diesen ‚Flüchtlingen‘ kaum Tränen nach und so entstand eine neue Bewegung: Wir bleiben hier. Der Staat begann zu wanken, in den Betrieben fehlten von Woche zu Woche immer mehr wichtige Mitarbeiter und der Druck nach oben stieg. Das Politbüro rief eine Krisensitzung nach der anderen ein. Die Politiker wurden Tag und Nacht von Reportern, auch der sonst so linientreuen Presse, mit kritischen Fragen konfrontiert. Ihre Dünnhäutigkeit konnte man an der Körpersprache und Antworten erkennen. Die Mehrzahl der Entscheidungsträger waren der Lage nicht mehr gewachsen. Das befeuerte noch mehr die Medien, nicht nur die westlichen. Diese haben sich aber in dieser Zeit besonders damit hervorgetan, sich sehr in die inneren Angelegenheiten der DDR einzumischen. Ob die heutige BRD das so mit sich machen lassen würde, sei mal so hingestellt. Im Prinzip gab es, bis auf die beschrieben emotional und politisch aufgeputschte Atmosphäre, keinen Hinweis, dass etwas passieren könnte. Schon gar nicht in dieser Dimension. Denn im Nachhinein hat ein damaliger Kollege zu diesen Ereignissen gesagt: Das ist keine Entwicklung mehr, dass ist eine Explosion.
Richtig!
In den Tagen vor dem Mauerfall war ich mit einem westlichen Verwandten, die Mutter meiner Kinder und Kind 1.0 waren bekannterweise dieser Zeit nicht in Berlin, sehr viel in der Zions- (nebst Umweltbibliothek) oder Gethsemanekirche unterwegs und sprachen mit vielen Leuten. Es bildeten sich in der Zeit immer mehr Gruppen und Bewegungen. Alle wollten im weitesten Sinne die Weiterentwicklung der DDR, den legendären Dritten Weg. Keine Fortsetzung des bisherigen Sozialismus, aber auch kein Anschluss oder Beitritt an die BRD. Wir wollten es selber schaffen. Es schwammen in dieser Zeit zu viele Ideale mit. Darauf komme ich in einer späteren Folge dieser Serie noch einmal zu sprechen, wenn es um die Hoffnungen und Chancen nach dem Mauerfall geht.
Dann gab es am 9. November diese wichtige ZK-Tagung. Einer der Tagesordnungspunkte war der Entwurf eines neuen Reisegesetztes, das z. T. genehmigt, aber auch mit mindestens einem Widerspruch durch die Ministerien lief. Es konnte also nicht in Kraft treten, aber Schabowski hat um 18:57 Uhr in der Pressekonferenz zum Stand der Dinge im Land, mit dem Verlesen einer Textpassage, des ihm von Egon Krenz übergebenen Papiers, die Sache in Gang gesetzt. Der Wortlaut, der die DDR ins Reich der Geschichte schoss, ist wie folgt:
„Und deshalb haben wir uns dazu entschlossen, heute eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, über Grenzübergangspunkte der DDR auszureisen.“
Dann die ebenfalls legendäre Nachfrage eines Journalisten:
„Wann tritt das in Kraft?“ antwortete Schabowski wörtlich:
„Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“
Das war sie. Die Explosion!!!
Ich war um diese Zeit auf den Weg in Richtung Studentenclub der HU. Gegen 21:00 Uhr schalteten die Leute hinterm Tresen das Westfernsehen ein. Dort sah ich Momper und Diepgen in trauter Einigkeit weinen. Da wusste ich, hier ist was wichtiges passiert und ging sofort nach Hause. Dort tickerte mich durch die hunderten Fernsehkanäle die wir damals hatten ☺. Es war eindeutig!
Am Grenzübergang Bornholmer war die Sache noch im werden. Am nächsten Morgen auf Arbeit waren alle Kollegen da (so sind wir nun mal ☺) und nach dem Frühstück ging es erst los. Wir nahmen Westberlin ein. Ich traf auf eine fremde Welt, die uns misstrauisch beäugte.
In diesen Stunden hörte die DDR faktisch auf zu existieren. Man hätte sie in den Jahren danach retten und den Dritten Weg gehen können. Das war aber seitens des Westens eindeutig so nicht gewollt.
[zweites Photo: HGUSM]
Montag, 4. November 2013
Asyl für Edward Snowden
Unbegreifliches geschieht zurzeit um uns herum. Die amerikanischen Geheimdienste, an der Spitze die NSA, besitzen zwischenzeitlich die Technik, das gesamte Internet, Mailverkehr, Telefonate und was weiß ich noch alles, abzuhören und zu analysieren. Europäische und auch deutsche Geheimdienste sind ihnen dabei recht behilflich. Persönliche Grundrechte, Privatsphäre und Briefgeheimnis werden, positiv ausgedrückt, gegen null gefahren. Wenn man das alles mal auf den Punkt bringt, dann heißt das eindeutig, die westliche Welt hat sich zu einem Gigantischen Überwachungsimperium entwickelt. Ich schreibe hier bewusst hat und nicht wird, denn der Zustand ist bereits eingetreten.
Wissen tun wir das alles glücklicherweise, weil sich ein junger Amerikaner ein Herz genommen hat und über Journalisten Dokumente veröffentlichen lässt, die dies eindeutig beweisen. Edward Snowden ist damit nicht nur in eine Reihe mit Daniel Ellsberg, Bradley Manning oder Julian Assange aufgerückt, er verspürt wie diese ebenfalls die Rache des Systems. Für seine Heldentat, uns die Beweise für diese gigantische Überwachung zu liefern, muss er sogar um sein Leben fürchten. Denn z. B. mit den Hardlinern in den USA ist nicht zu spaßen. Durch die Veröffentlichung der Dokumente wurde diesen eines ihrer Lieblings-Spielzeuge im Gebrauch gefährdet.
Das hat alles direkte Auswirkungen auf euch und auf mich. Über viele Jahre wurde die technische Entwicklung in den hierfür entscheidenden Technologien so gesteuert, dass es den Geheimdiensten ein Leichtes ist, z. B. unsere Mails mitzulesen oder auch bei einem ausgeschalteten Smartphone Gespräche mitzuhören, die der Besitzer führt. Genauso kann es ausgeschaltet geortet oder von diesem Daten abgerufen werden. Das Feld für die Geheimdienste ist wunderbar geebnet, bis in unsere heiligste Hosentasche. Ihr und ich können uns diesem Zugriff aus eigener Kraft, also wenn wir uns nicht freiwillig aus dem gesellschaftlichen Leben zurückkziehen wollen, nicht mehr entziehen.
Wenn das nicht mehr möglich ist, dann gibt es spätestens hier die Einstiegssituation, wo sich die Politik auf die Gleise vor den rasenden Zug werfen muss, um Schaden von der Demokratie und uns abzuwenden. Wer genau hinschaut wird erkennen, dass genau das nicht passiert:
-Die Justizministerin der alten Regierung hat als einzigste sich dem Datenwahn der EU-Kommission widersetzt.
-Die Hilfsphysikerin wird über zehn Jahre abgehört und es muss noch nicht einmal jemand zurücktreten.
-Die Aushöhlung der demokratischen Grundrechte wird von einem großen Teil der Politik kommentarlos hingenommen.
-Unser Gockel-Gauck, der angebliche größte Verfechter für Freiheit und Demokratie, nennt Edward Snowden einen Verbrecher. Besser kann man sich nicht als Anti-Demokrat outen.
-Zu guter letzt hält es die Hilfsphysikerin, samt ihrer Partei nicht für nötig, Snowden in Deutschland Asyl zu gewähren. Noch nicht einmal freies Geleit für eine Aussage vor einem Untersuchungsausschuss wird ihm zugesagt.
Nur noch einmal zur Erinnerung: Es geht um den Mann, der mit seiner mutigen Tat diese gigantische Schweinerei aufgedeckt hat.
Warum Frau Merkel nicht zurücktritt, weiß der Kuckuck und wird auch nicht kommentiert! Warum man Snowden kein Asyl gewähren will oder nur das genannte freie Geleit, dass schon eher. ‚Man will die Freundschaft mit den USA nicht gefährden.‘ Boah! Das muss man erst einmal sacken lassen. Wenn dieser Staat, auf dessen Freundschaft Mutti nicht verzichten will, uns ein gigantisches Überwachungsimperium überstülpt, dann sieht sie darin anscheinend einen Freundschaftsbeweis. Unsere Rechte spielen bei ihr nur eine untergeordnete Rolle.
Das alles habe ich mir nicht einfach so zusammenphantasiert, sondern klein und fein recherchiert. Eine Verlinkung zu diversen Zeitungsartikeln findet aus Leistungsschutzrechtprotest nicht statt.
P.S.: Um den wirklich großen Willen der neuen Regierung, Schaden auf diesem Gebiet von uns fernzuhalten, noch einmal zu unterstreichen, haben sich die CDU und SPD auf eine Verlängerung der Vorratsdatenspeicherung schon geeinigt. Wenn das nicht der richtige Weg ist, dann weiß ich auch nicht mehr!
Samstag, 2. November 2013
Der BND will nun doch beim Konzert der großen Kinder mitspielen
Wie das Handelsblatt berichtet (eine Verlinkung findet aus Leistungsschutzrechtprotest nicht statt), haben die alten europäischen Verdächtigen, wie der britische Geheimdienstes GCHQ, seit fünf Jahren die Entwicklung von Internet-Spionagetechnik massiv vorangetrieben. Mit dieser Technik, wer weiß schon was man sich darunter vorstellen muss, soll eine massenhafte Überwachung unseres Internetverkehrs möglich sein bzw. werden.
Das System hat anscheinend einen erheblichen Umfang vom Aufwand und Ergebnis. Und jetzt kommt das Debakel für unsere Hilfsphysikerin und ihrer Helfershelfer: Der BND, also indirekt auch die Bundesregierung war bei der Entwicklung und den Betrieb der Technik mindestens ein guter Partner der Briten. Ihr Kartenhaus fällt allmählich zusammen. Für sie ist nicht so dramatisch, denn die Wahlen sind vorbei. Aber der bleibende Schaden für uns Bürger scheint gigantisch.
Ich drücke das bewusst vorsichtig aus, da ich immer noch die Hoffnung habe, dass sich die Bürger aufraffen (also wir alle) und mal um ihre Grundrechte kämpfen. Was wohl unser Gockel-Gauck zu diesen Auflösungserscheinungen der Demokratie sagen wird? Blogvolk, ich mache euch jetzt und hier keine Hoffnung. Der wird sich nicht mehr ändern und hat sich angepasst!
Mittwoch, 30. Oktober 2013
Daniela Dahn im Interview
Wie allgemein bekannt, mute ich euch immer etwas zu, wenn ich mich aus einer Blogpause zurückmelde. Ja, zum einen Teil freut ihr euch wieder was von mir zu hören, aber der andere Teil stöhnt sofort: Immer diese langen Artikel. Diesmal, so muss ich euch sagen, bin ich in gewisser weise unschuldig.
Es bleibt der harte Fakt, um eine Schaffenspause zu beenden und sich wieder in das Bloggetümmel zu werfen, benötigt man eine Initialzündung. So wie damals das Interview von Anna Roth mit Daniel Mathews ungefähr bei mir war. Wenn dabei Frauen noch eine Rolle spielen, die ich sehr verehre, dann gibt es eigentlich kein halten mehr. Wobei das mit den Frauen so eine Sache ist, die einen verehre ich still (☺), die anderen öffentlich. Zu den Frauen, die ich öffentlich verehre, zählt eineindeutig Daniela Dahn. Sie, die mich mit ihren Büchern schon in den 80er Jahren begleitete, hat bei mir die höchste Verehrungskategorie nie verlassen! Daniela Dahn hat über die Jahre immer weiter tolle Bücher geschrieben, auch wenn diese vom Feuilleton kaum beachtet wurden. Wen es interessiert, den schicke ich hiermit erst einmal zum Buchhändler seines Vertrauens und der soll sich mindestens nach der ‚Prenzlauer Berg-Tour‘ von ihr erkundigen (im Internet bestellen kann ja jeder).
So, was hat das alles nun mit meinem Blog zu tun? Daniela Dahn wird von den Machern des Podcasts ‚Wostkinder‘ interviewt. Die Dame, die dort die Fragen stellt, habe ich schon einige Male kritisiert, aber beim Fragen stellen hat sie diesmal wenig falsch gemacht. Für alle, die etwas über die DDR, ihre inneren Zusammenhänge, die Wendezeit, über Gockel-Gauck und dem aus den Ufern geratenen Kapitalismus hören möchten, dem erteile ich hiermit den Hörbefehl (so würde es wohl der Schockwellenreiter ausdrücken). Es gibt mehrere Möglichkeiten die Sendung zu hören, wobei ich den iTunes-Link zum Podcast Wostkinder bevorzugen würde:
iTunes
Den Link zur FAZ-Seite des Podcasts liefere ich ausnahmsweise mal mit. Dort sind auch noch andere diverse Links zum Interview enthalten.
Viel Spaß dabei
Sonntag, 1. September 2013
Syrien
Ein Thema lässt mir seit geraumer Zeit keine Ruhe: Warum wollen die wichtigsten westlichen Nationen in Syrien einmarschieren? Jeder weiß inzwischen, wenn Assad von seinem Posten in irgendeiner Form abgelöst wird, wird es nur noch schlimmer. Wesentlich schlimmer, besonders für die Bevölkerung! Also warum treiben sie dann dieses Thema voran? Geht es um die Christen in Syrien? Nein, diese würden von einer Nachfolgeregierung eher massakriert werden. Geht es um Öl? Zur Ausnahme eher weniger. Also worum geht es nun?
Es geht um die letzte große Einflusssphäre der Russen außerhalb Europas. Sie stehen seit vielen Jahrzehnten an der Seite der syrischen Führung. Das stammt noch aus einer Zeit, die man Kalten Krieg nannte. Auf der Seite des Westens waren damals beispielsweise solche Musterdemokratien wie Chile unter Pinochet, Irak unter Hussein und auch eine Türkei, die sich heute nicht mit demokratischen Ruhm bekleckert.
Also aus meiner Sicht handelt es sich bei den Drohgebärden gegen Syrien, um ein Stellvertreter-Konflikt. Hier soll Russland, die einen Helden wie Snowden einfach nicht an die UhSAh ausliefern will, vorgeführt werden. Man will sich etwas an Russland rächen und zeigen, wer wirklich das Sagen in der Weltpolitik hat.
So einfach kann man Politik erklären und wenn in Deutschland nicht Wahlkampf wäre, dann würde unsere Hilfsphysikerin Seit’ an Seit’ mit olle Obama die Kriegsketten rasseln lassen. Aus ihrer Sicht haben wir zu einer Unzeit Wahlkampf und da kann sie nicht wie sie gern möchte. Gockel-Gauck würde sie in diesem Fall auch nicht zurückpfeifen. Das tut er nicht. Nicht bei einem so lukrativen Posten, den er sich mühevoll geangelt hat ☺. Da sind einige demokratische Grundpfeiler, wie berichtet, bei ihm über Bord gegangen.
Dienstag, 20. August 2013
Versucht man sich reinzuwaschen?
Donnerstag, 7. März 2013
Die langweilige S.-Debatte

Huhu, liebes Blogvolk.
Gleich mal vorangestellt: Das soll keine Entschuldigung oder ähnliches sein. Einfach nur eine sachliche Feststellung.
Mich langweilt die Sexismus-Debatte sehr oder man kann auch sagen, sie geht mir gelegentlich tierisch auf den Zeiger. Ob sich hier ein paar lila-Damen verwirklichen wollen oder Pfründe zu erobern sind, dies alles geht am eigentlichen Problem vorbei. Dort wo Frauen wirklich belästigt werden, da muss ihnen die Gesellschaft Schutz bieten. Ohne Frage. Männern aber auch, nur mal so für die lila-Ecke. Eine generelle Verunglimpfung der Annäherungsversuche von Männer (oder Frauen) an Frauen, ist für die wirklichen Opfer kontraproduktiv und hilft nicht wirklich.
Wenn Frauen sich zum Beispiel äußerst attraktiv kleiden und mit erfolgreichen Männern abends an die Bar gehen, um sich eventuell einen Wettbewerbsvorteil zu erhaschen (wem auch immer gegenüber), dann darf sie sich nicht wundern, dass mal einer etwas über ihren tiefen Ausschnitt und ihre tollen Titten sagt (ganz plakativ, da kann sich jeder was vorstellen ☺). Wenn man das nicht will, dann soll man das nicht tun. Meine Mutter hat immer gesagt: Wer das eine will, muss das andere mögen. So einfach ist die Welt. Und wenn es dann mal passiert ist, dann sind wie immer die anderen daran schuld.
Nun komm ich zum eigentlichen Blog-Grund und das dieser Beitrag nicht als Entschuldigung zu sehen ist. Der uns allen sympathische Gockel-Gauck hat sich als Bundes-Vater zu diesem Thema geäußert und von „Tugendfuror“ gesprochen. Da muss ich ihn einfach recht geben (wer hätte das mal gedacht). Und wenn dann ein Twittersturm über ihn hinwegfegt, dann muss man sich fragen, wie weit unsere Gesellschaft von den eigentlichen Problemen entfernt ist. Denn Menschen achte ich eigentlich nur, wenn sie Probleme lösen und nicht welche machen. Davon scheinen mir einige Twittermädchen sehr weit entfernt und nur von Wunschvorstellungen durchsetzt zu sein!
Mittwoch, 6. März 2013
FAZ ein journalistischer Windbeutel?

Huhu, liebes Blogvolk.
Ist die FAZ ein journalistischer Windbeutel? Wenn man sich die Meinungen der Menschen anhört, dann wohl eher ja.
Und warum? Das ist in vielen Fällen nicht einfach zu enthüllen, in anderen wieder ganz einfach.
Grundsätzlich wird die FAZ nicht für den einfachen Bürger herausgebracht. Aufmachung, Wortwahl und Volumen sind elitär angehaucht. Sollen sie auch für sich beanspruchen. Aber da kommen schon die ersten Kratzer zum Vorschein. Wie alle alten Printmedien, hat auch die FAZ massive Probleme mit ihrem Geschäftsmodell. Selbst die Klientel scheint nicht unbegrenzt für so ein Format Geld ausgeben zu wollen. Was tut man also? Man polarisiert und versucht die Kunden zu halten, die man noch hat. (Das hier nur am Rande: Liebe Kollegen von der FAZ, ein Auslaufmodell ist ein Auslaufmodell und jede Kosmetik ändert nichts daran)
Zum einen schreibt man für sein Klientel im Banken und Wirtschaftsbereich. Bestes Beispiel ist hier der Kanzlerkandidat der SPD. Steinbrück bekommt für seine offenen (und fast immer richtigen) Worte auch Prügel von der FAZ. Warum fragt sich dann so mancher (leider nicht jeder)? Ein Punkt könnte sein, dass Steinbrück etwas stärker als die Moderatorin Merkel den Banken auf die Füße treten will. Wie man hört, macht die Banken-Lobby hinter den Kulissen sich gegen Steinbrück immens stark. Da ist es natürlich nicht mehr sehr weit her mit dem Rückrad eines Qualitätsjournalisten. Da traut sich keiner sofort zu schreiben: Steinbrück hat recht. Sei es zum Beispiel das Kanzlergehalt oder die Wahl in Italien. Im Nachhinein stellt sich komischerweise immer schnell raus, dass der Kanzlerkandidat der SPD zeitnah die richtigen Worte gefunden hatte und die Qualitätsjournalisten trotten langsam hinterher. Aber bei den Banken hört bei den Qualitätsjournalisten in der Regel der Mut auf. Merkel schützt diese Geier und die Lobby stützt Merkel. Ein einfaches aber doch gut funktionierendes Muster. Die Kanzlerin ist wirklich für die Physiker der Welt kein Aushängeschild!!
Was mich aber zu diesem Artikel trieb, ist nicht Mutti Merkel, sondern ein Artikel von Frau Katrin Rönicke in der FAZ. Sie ist, und hier haben wir eine Parallele zur Kanzlerin, anscheinend die Vorzeige Ossi-Dame (bei der FAZ). Was heißt Ossi? Sie wurde 1982 in Lutherstadt Wittenberg geboren, Vater flitzte in ihrer frühesten Kindheit alleine in de Westen und sie kam dann 1989, noch vor der Wende, mit ihrer Mutter nach. Also wie wir sehen, hat sie die besten Voraussetzungen, um über den Osten zu schreiben. Sie muss einfach alles wissen. In ihrem Blogbeitrag Lechts und Rinks in West und Ost versucht sie dem geneigten Leser der FAZ nahe zu bringen, warum es im Ost so viele Neo-Nazis gibt. Und sie kommt sogar mit ihrer alten Heimat. Sie muss also wirklich dazu qualifiziert sein, die Wahrheit herauszuschreien. Da sie selbst nichts wissen kann, kommt sie mit den üblichen Literaturzitaten. Das ehemalige Amt und deren finanziell gesundes Umfeld von unserem Gockel-Gauck, machten diese Bibliothek möglich. Mag sein, dass da einige interessante Sachen drin stehen, aber in der Natur der Sache müssen die Werke eine eindeutige Schießrichtung haben: Sie müssen die DDR verteufeln und alles schlechtreden was da passiert ist, denn die Geldquelle will eindeutige Beweise für die richtige Verwendung der Mittel. Da darf es keine Zweifel geben.
Es hätte doch einfach mal gereicht, wenn sich die Dame Rönicke mit ihrer lila Bluse auf den Weg gemacht und ihre Heimat wirklich besucht hätte. Ich meine wirklich mit den Menschen sprechen, die dazu was sagen können. Ich hatte mehrere Jahre das Vergnügen dort zu arbeiten und zu leben. Ich könnte mir vorstellen, dass sehr viele Menschen, die da geblieben und nicht flitzen gegangen sind, ihr ganz andere Geschichten erzählt hätten. Auch über viele Widersprüche, aber auch über einen Antifaschismus im Lande. Den sicherlich nicht jeder gut fand, aber eine ganz andere Qualität hatte, als dass was im Westen passiert ist. Sie hätte richtig was lernen können. Ich schätze die Menschen dort sehr und das hätte sicherlich zu einem anderen Blogeintrag geführt.
Was wäre aber geworden, wenn sie etwas anderes geschrieben hätte. Höchstwahrscheinlich hätte man das so nicht veröffentlicht und mit der tollen lila Karriere wäre es dann so nicht weitergegangen. Aber dazu, so nehme ich an, macht sie das doch, um Erfolg zu haben.
Wie dem auch sei, unter anderem deshalb ist die FAZ für mich ein journalistischer Windbeutel!
Eine Verlinkung zu einem FAZ-Artikel ist mir leider nicht mehr möglich (würde ich auch nicht mehr machen wollen ☺).
Mittwoch, 6. Februar 2013
Razzia bei Fotografen in Deutschland
Huhu, liebes Blogvolk.
Wie der Tagesspiegel heute berichtet (aus Protest zum Entwurf des Leistungsschutzrechts hier keine Verlinkung), fanden heute in Deutschland mehrere Hausdurchsuchungen bei Fotografen statt. Hunderte Beamte sollen in mehreren Bundesländern die Wohnungen von bislang acht Fotografen durchsucht haben. Bei einem Fotografen, der sich auf einer Dienstreise befindet, wurde die Wohnung trotzdem aufgebrochen!
Die Durchsuchungen stehen im Zusammenhang mit Untersuchungen zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Einsatzkräften bei Protesten gegen die Finanzpolitik der EU in der Bankenstadt Frankfurt im letzten Jahr. Die Fotografen sollen bei diesen positiv zu bewertenden Protesten beruflich tätig gewesen sein und deshalb wollen die Ermittlungsorgane auf die Datenbanken der Fotografen zurückgreifen.
Hier wird ganz nebenbei eines der Grundrechte, die Pressefreiheit, erheblich mit Füßen getreten und unser aller Freiheitspräsident, Gockel-Gauck, sieht sich nicht genötigt, ein Wort des Protestes zu sagen. So sieht es also aus, wenn ein ‚Freiheitskämpfer‘ mit einem Posten versorgt und damit ruhig gestellt wurde. Oder ging es ihm nie um die Freiheit und Grundrechte? Die Frage darf doch langsam mal erlaubt sein!
Sonntag, 27. Januar 2013
Ein würdiger Bundespräsident
Huhu, liebes Blogvolk.
Ich bin ein bekennender Anti-Freund unseres Freiheitspräsidenten Gockel-Gauck. Nicht weil das man ihn zu DDR-Zeiten nicht wahrgenommen hat, er hat u. a. ‚dienstlich‘ mit denen gesprochen (so wie Manfred Stolpe, der dafür immer gebeutelt wurde, Gockel-Gauck aber nicht!), die er später wie Karnickel gejagt hat. Für ein Zusammenwachsen des Landes hat er so wenig getan, wie ein Öko-Bauer für eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung.
Wer wäre denn dann aus deiner Sicht ein würdiger Bundespräsident?, werde ich immer gefragt. Uwe Hollmer, sage ich dann. Er hat in einer Zeit wo alles aus den Fugen war, eine große Leistung vollbracht. Er hat in der Wendezeit dem Ehepaar Honecker eine Wohnung angeboten, als niemand etwas mit den beiden zu tun haben wollte. Da hat er wahre Größe gezeigt, so wie es von einem Kirchenmann auch zu erwarten ist. Das ganze Gegenteil vom Gockel-Gauck.
Deshalb hätte er aus meiner Sicht das Amt des Bundespräsidenten auch würdig ausgefüllt.
Freitag, 25. Januar 2013
Drohnen für den Inlandsgeheindienst
Huhu, liebes Blogvolk. Wie heute die Kollegen von Telepolis schreiben, plant der Verfassungsschutz und das Bundeskriminalamt kurzfristig den Kauf von Drohnen. Diese sollen dann für Überwachungsaufgaben eingesetzt werden. Man hat, und jetzt kommt mein Lieblingssatz: Eine breite Palette an Einsatzformen. Leider gibt es keine Meinungsäußerung von unserem Freiheitspräsidenten Gockel-Gauck zu diesem Thema. Warum auch!
Mittwoch, 23. Januar 2013
Timoschenko vor Mordanklage
Huhu, liebes Blogvolk.
Die inhaftierte ehemalige Ministerpräsidentin der Ukraine, Julia Timoschenko, wird nun offiziell mit Mordvorwürfen konfrontiert. Sie soll den Mord an einem ukrainischen Unternehmer im Jahr 1996 mitorganisiert haben, schreibt u. a. das Handelsblatt.
Derzeit fällt in der Berichterstattung unserer geliebten Qualitätsjournalisten auf, dass sie nicht mehr marktschreierisch sich für die ‚Freiheitskämpferin‘ einsetzen. Selbst unser Freiheitspräsident Gockel-Gauck hält sich zurück, was er im Fall Timoschenko nicht immer tat. Anscheinend sind die Beweise so erdrückend, dass man mit den üblichen Verdächtigungen nicht mehr weit kommt.
Liebes Blogvolk: Nicht genug, dass sie sich bereichert hat (dafür sitzt sie jetzt im Gefängnis). Wenn in einem Mordprozess auf Grund eindeutiger Beweise eine Verurteilung erfolgen muss, dann sehen manche Timoschenko-Fürsprecher ziemlich alt aus. Nicht wahr Herr Gauck?
Wegen dem Leistungsschutzrechtsprotest wird auf diverse Zeitungen und Zeitschriften nicht verlinkt.
Freitag, 31. August 2012
Nachdenkseiten über die Rostocker Rede unseres Freiheitspräsidenten
An der Rostocker Rede unseres Freiheitspräsidenten reiben sich nicht nur ich, sondern z. B. auch die Kollegen von den Nachdenkseiten.
Absolut lesenswert ist dieser Artikel.
Dienstag, 28. August 2012
Gauck und seine eigene Verantwortung
Des Öfteren bekomme ich den gutgemeinten Rat, ich solle mich nicht an unserem Freiheits-Präsidenten festbeißen. Das ist sicherlich nicht nur aus Sicherheitsgründen ein guter Tipp und deshalb mache ich es auch nicht. Nur wenn er und seine hörigen Qualitätsjournalisten mir zu sehr auf den Nerv gehen, dann muss ich wieder etwas dazu schreiben.
So wie vor ein paar Tagen, als unser Freiheitspräsident seine alte Heimat besuchte. Sicherlich nicht um seine von ihm getrennt lebende Frau zu besuchen (vielleicht auch, dass weiß ich nur nicht), sondern um an dunkle Nachwende-Tage zu erinnern. Die Tage, als in Rostock-Lichtenhagen der Mopp tagelang, ungestört von einer verunsicherten Nachwende-Polizei, toben durfte.
Ich finde es sehr wichtig, dass unser Freiheitspräsident solche Anlässe wahrnimmt, um den demokratischen Grundgedanken in unseren Köpfen wieder freizuschaufeln. Sicherlich eine der wenigen Funktionen die er hat. Was mir aber bei ihm in diesem Fall fehlte, und da hat auch keiner seiner hörigen Qualitätsjournalisten nachgehakt, ist zum einen seine Selbstkritik und zum anderen sein, ich will es mal positiv ausdrücken, nicht ganz konsistente Argumentationslinie für eine wehrhafte Demokratie.
Also unser Freiheitspräsident war ja vor der Wende kirchlich in Rostock beschäftigt. Angeblich war seine Herde nicht so klein und sein Vorwende-Einfluss auf die Menschen in Rostock enorm. Wo war da sein warnender Zeigefinger gegenüber dem verstecktem Rechtsradikalismus, den es, wie er des Öfteren betont, in der DDR gab. Wann hat er zu seinen Rostocker Zeiten diesen Punkt thematisiert? In seiner Rede hätte er doch darauf eingehen können. Das er dann und dann es versucht und es anscheinend nicht ausgereicht hat oder die Menschen nach der Wende anders beeinflusst worden sind. Nichts dergleichen! Also war er wahrscheinlich auch bei diesem Thema nicht in der vordersten Linie. Dachte ich mir schon!
Zum anderen sein Begriff zur wehrhaften Demokratie und insbesondere der Ausdruck: Man solle sich den Neo-Nazis in den Weg stellen. Gut, sehr gut! Aber wo war er oder mindestens seine Wortmeldung, wenn er aus körperlichen Gebrechen es sich nicht mehr antun kann, in Dresden. Dort stellen sich Jahr für Jahr mutige Menschen den Neo-Nazis entgegen und werden von den staatlichen Organen Sachsen, die so ihr eigenes Demokratieverständnis haben, verfolgt. Nichts ist hier von Herrn Gauck als Privatperson noch als Freiheitspräsident etwas zu hören. Hier gibt es konkrete Fälle, wo er sich für eine wehrhafte Demokratie einsetzen könnte. Macht er nicht, er ist lieber auf der Seite der Mächtigen und gibt sich cool in Rede-Schauen. Ist sicherlich auch viel lukrativer!
Verlinkungen auf die Tagespresse gibt es aus Leistungsschutzrechtprotest nicht.
Mittwoch, 4. Juli 2012
Wie war das doch noch einmal vor 22 Jahren - 7
Es ist eine Weile her, dass ich zu diesem Thema hier etwas geschrieben habe und eigentlich müsste jetzt oben eine 23 stehen, aber was soll's.
Im letzten Teil hatte ich die Zeit von den Kommunalwahlen bis zum 'Ausreisesommer' 1989 beschrieben. Es war eine Zeit, die für die Mutter meiner Kinder und für mich eine persönliche Zäsur darstellte. Das Kind 1.0 kam zur Welt und wir waren natürlich im siebten Himmel. Ein Arbeitskollege holte uns, die stolze Familie, mit seinem Auto vom Krankenhaus ab und brachte uns in unser kleines, aber schönes Heim. Man half sich eben unter Kollegen.
Unsere Ein-Raum-Wohnung war aber nur temporär für eine nun dreiköpfige Familie geeignet, insbesondere wenn dazu noch ständig Besuch aus fast allen Bezirken hinzukam.
Es musste eine neue Wohnung her! Aus der Sicht des Jahres 2012 nur eine Sache des Geldes, aber 1989 und in der DDR etwas schier unmögliches. Gut, wir hätten mit viel 'Gegenliebe' in Marzahn eine Plattenbauwohnung eventuell bekommen können, die wollten wir unter diesen Umständen aber nicht. Hinzu kam noch ein baulicher Mangel in der kleinen Behausung, begründet in der nicht korrekten Ausführung der Schornsteinsanierung. Im Rahmen der FDJ-Initiative Berlin, irgendwie Dachsanierung Prenzlauer Berg ... hastenichgesehen, wurden weitestgehend alle Dächer und Schornsteinköpfe saniert. Sicherlich gab es dabei auch Neuerervorschläge, so wie man diese heute auch noch kennt und einer betraf bestimmt die Höhe der Köpfe. Man hat ein oder zwei Reihen Klinker einfach eingespart und für die Bauarbeiter war alles gut. Nicht aber für uns. An drei von zehn Tagen in der Heizperiode, ging der Zug im Wohnzimmer (dort stand ein wunderschöner Kachelofen) andersherum. Nicht so prickelnd mit einem Baby in der Wohnung und in der DDR ging dann leider nichts im Rahmen der Schadenbeseitigung. Die Wohnung wurde als nicht bewohnbar eingestuft, aber eine neue hatte man deswegen immer noch nicht.
Ich habe unser damals dringlichstes Problem etwas ausführlicher geschildert, um aufzuzeigen, dass diese gar nicht so weit weg von den heutigen waren und das alltägliche Leben nicht vom bösen Stasikraken geprägt war. Es war auch nicht nur grauer Alltag, aber es gab viele Probleme. Und da man sehr viel mehr Freunde hatte als heute, gab es für Vieles eine Lösung. Das hat zusammengeschweißt. In der Partnerschaft und im Freundeskreis.
Aber zurück zu den Ereignissen im Herbst 1989. Die allgemeine politische Situation, insbesondere mit den alten Männern an der Spitze, wurde für die Menschen immer unzureichender. Die politische 'Gegenbewegung' im Lande, angeführt von Leuten der Umweltbibliothek oder dem Neuen Forum (die kamen später hinzu), wurde immer stärker und die Menschen ließen sich nicht mehr bevormunden. Eine schizophrene Welt bei den Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR lies die Leute um die Rockmusiker Toni Krahl und einigen Schauspielern den Versuch unternehmen, eine Demonstration für die Meinungsfreiheit zu beantragen. Ja, das ging an sich nach den Gesetzen der DDR und sie wendeten sich meines Wissens an den Rechtsanwalt Gregor Gysi, um diese Demonstration offiziell zu beantragen. Und es funktionierte! Am 04. November versammelten sich fast eine Million Menschen (so damals die Tagesschau) auf dem Alexanderplatz in Berlin und sprachen sich für demokratische Veränderungen im Sozialismus der DDR aus. Sie wollten keinen Kapitalismus, sie wollten den Sozialismus mit demokratischen Antlitz. Das nur mal so am Rande, denn das hört und liest man heute nicht mehr bei den Qualitätsjournalisten.
Diese Demonstration hat das Land verändert und hat enorme Prozesse in Gang gesetzt. Ohne den 04. November hätte es den Mauerfall so schnell nie gegeben. Die Ereignisse des 09. Novembers wäre undenkbar gewesen. In diesen Tagen ist in Berlin wirklich Geschichte geschrieben worden, es war ganz großes Kino und keiner wusste, wo es hinführt.
Übrigens, unser aller Freiheits-Präsident ist damals nirgends zu sehen gewesen. Als es noch gefährlich war für eine solche Entwicklung einzustehen, war er nicht zu sehen. Später, als viele Wege ausgetreten waren, da war er dann der 'Held' für die Westmedien. Bis heute. Leider!!
[Photo: HGUSM]
[Resolutionstext: Internet]
Wie sehen andere unseren Freiheits-Präsidenten
Den Herrn Gauck müssen wir ganz objektiv nehmen. Subjektiv wär’s gar zu schlimm. Der Mann als Bundespräsident ist die bislang giftigste Pointe auf die bislang ehrlichste Revolution in der deutschen Geschichte.
Erhalten kann man die Zeitschrift, und hier mache ich mal eine Ausnahme, u. a. über diese Web-Seite.
Viel Spaß beim lesen!















